{"id":220,"date":"2019-06-06T06:54:57","date_gmt":"2019-06-06T06:54:57","guid":{"rendered":"https:\/\/adigasser.ch\/adg\/?p=220"},"modified":"2019-06-11T05:40:45","modified_gmt":"2019-06-11T05:40:45","slug":"wieso-keine-regeln-weniger-freiheit-bedeuten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/adigasser.ch\/adg\/wieso-keine-regeln-weniger-freiheit-bedeuten\/","title":{"rendered":"Wieso keine Regeln weniger Freiheit bedeuten"},"content":{"rendered":"\n<p>Sicher das alles im Unternehmen im richtigen Sinn funktioniert? Doch was heisst funktioniert?<\/p>\n\n\n\n<p>Manche sagen Standards, manche sagen Werte, manche sagen Kultur. Ganz egal, wie man es nennt, er f\u00fcr ein Unternehmen Verantwortung tr\u00e4gt, der hat gewisse Vorstellungen wie das Unternehmen funktionieren soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Eben diese Funktion ist nichts anderes als der Prozess. Funktion umfasst eine Definition, wie ein System auf einen Input reagieren sollte. Und die Realit\u00e4t ist, wie es funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies trifft auf die Gesellschaft, auf Familie und auf jede Organisation mit Menschen zu. Menschen brauchen f\u00fcr das Zusammenleben Regeln.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kleine Wiederholung <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt Menschen, die Arbeiten mit Massnahmen (oft als Macher bezeichnet, was ist zu tun) und es gibt Menschen, die arbeiten mit Zielen (oft als Denker bezeichnet, wo wollen wir hin). Die Menschen mit Massnahmen verfallen oft in einen Aktivismus, sie m\u00fcssen etwas tun. Zum Beispiel digitalisieren. Menschen, die ein Ziel verfolgen verfallen oft darin, eine \u00dcberplanung vorzunehmen. Wir m\u00fcssen effizienter werden, im Ablauf, in Sitzungen, in der Kommunikation, wo beginnen?<\/p>\n\n\n\n<p>Ziele definieren (was ist wichtig, was ist dringend), Planung (was ist zu tun, Varianten, Teilziele), umsetzen. Es braucht Macher und Denker.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch was eine Organisation anbelangt, es braucht Macher und Denker.<\/p>\n\n\n\n<p>Regeln erleichtern das Zusammenleben, erleichtern die Zusammenarbeit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dimensionen, Flugh\u00f6hen, Zeitr\u00e4ume <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt universelle Regeln, welche in einem Unternehmen \u00fcberall gelten sollten, es gibt spezifische funktionale Regeln, welche nur in einem Bereich Anwendung finden und es gibt Regeln, welche nur unter speziellen Bedingungen zum Einsatz kommen. Wir kennen es aus der Gesetzgebung als Verfassung (Grundregeln, Werte), Gesetzte (Bereiche), Verordnungen (Abteilungen) und Rundschreiben oder gesetzliche Praxis f\u00fcr die speziellen Bedingungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere Gemeinsamkeit zum Thema Zeitraum. Eine Verfassung sollte &#171;ewig&#187; gelten, so auch die Leits\u00e4tze eines Unternehmens oder das Leitbild. Alles, was der Verfassung widerspricht kann nicht gelten. Gesetze bed\u00fcrfen einer regelm\u00e4ssigen Revision. So ist es auch im Betrieb mit den Reglementen. Die Reglemente m\u00fcssen regelm\u00e4ssig \u00fcberpr\u00fcft und verarbeitet werden. Zeitweise braucht es unter dem Reglement noch spezifischere Ausf\u00fchrungen, so \u00e4hnlich wie die Verordnungen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"907\" height=\"907\" src=\"https:\/\/adigasser.ch\/adg\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Regel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-221\" srcset=\"https:\/\/adigasser.ch\/adg\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Regel.jpg 907w, https:\/\/adigasser.ch\/adg\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Regel-150x150.jpg 150w, https:\/\/adigasser.ch\/adg\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Regel-300x300.jpg 300w, https:\/\/adigasser.ch\/adg\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Regel-768x768.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px\" \/><figcaption>Regeln erlauben direkte Prozesse<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Und dann gibt es noch Weisungen. Weisungen sollten immer befristet f\u00fcr einen Zeitraum festgesetzt werden. Eine Weisung enth\u00e4lt auch die Zielsetzung (wenn das Ziel erreicht ist, gilt die Weisung automatisch nicht mehr). Wir sind in dieser Ebene in der operativen F\u00fchrung. Wir sind beim Macher. Auch ein Auftrag ist oft mit spezifischen Anweisungen gegeben (Produkt A in der Farbe Gelb, Verpackung in Karton mit 25 St\u00fcck).<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wo braucht es Regeln und Weisungen. Immer? <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wieso es Regeln braucht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Regeln geben Orientierung, sie beschreiben den Weg, sie bilden eine Grundlage, sie bieten Sicherheit. Nat\u00fcrlich braucht es nicht f\u00fcr alles Regeln. Aber es braucht Werte. Es braucht Werte, an denen man sich ausrichten kann. Es braucht ein &#171;was w\u00fcrde ein Pirat tun&#187; (in Anlehnung an die <a href=\"https:\/\/www.pastafari.eu\/\">Pastafaris<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Regeln ist nichts als vorgenommene Steuerung. Gute Regeln erlauben, dass sich ein System, ein Prozess von selber reguliert. Somit braucht es operativ weniger eingriffe, die Prozesse laufen. <\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Gegenseite besteht die Gefahr einer \u00dcberregulierung und dem Wegfall der F\u00fchrung. Ein Unternehmen mit Mitarbeitern ist ein soziales System. Menschen brauchen den Austausch, sie brauchen Anerkennung. Und, wie jedes System braucht es, auch wenn es nicht sehr attraktiv kling, \u00dcberwachung oder Kontrolle. Es ist nicht zu untersch\u00e4tzen, wenn man mit Menschen zusammenarbeitet und sie nach dem Stand, der Funktion oder nach Schwierigkeiten fragt, im Sinne der F\u00fchrung, dies auch eine Wertsch\u00e4tzung der Arbeit der Mitarbeiter ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit grundlegenden Werten gestaltet sich die Verhandlung \u00fcber Regeln einfacher. Wenn wir uns auf metrische Masse und die deutsche Rechtschreibung und Schweizer Franken als Grundregel im Betrieb geeinigt haben, so brauchen wir die Masseinheiten, die Formulierungen und die W\u00e4hrung nicht mehr zu verhandeln. Regeln vereinfachen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fchrung heisst Verantwortung, Verantwortung heisst Kontrolle<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wer tr\u00e4gt die Verantwortung, wer ist verantwortlich? Diese Frage h\u00f6rt man oft, da hinter steht &#171;Wer h\u00e4tte das kontrollieren sollen&#187;. Verantwortung heisst, auf Fragen die Antwort zu haben. Und um die Antworten zu erhalten, braucht es Einsicht und Verst\u00e4ndnis. Es braucht das Verst\u00e4ndnis vom IST und das Verst\u00e4ndnis vom SOLL. Diese Analyse ist nichts anderes als eine Kontrolle. Vieles im System l\u00e4sst sich automatisch kontrollieren und bei Ausbr\u00fcchen intervenieren. Ein &#171;Monitoring&#187;. Gerade bei einfachen Prozessen finden Mitarbeiter st\u00f6rend, wenn der Vorgesetzte \u00fcber die Schulter schaut. Hier glaubt der Mitarbeiter, dass er die Verantwortung selber tragen kann. Und er sollte die Verantwortung auch tragen. Doch wie sieht es bei komplexeren Fragestellungen aus? <\/p>\n\n\n\n<p>Der Mitarbeiter will F\u00fchrung dann, wenn er sich alleine nicht im Stande sieht, die Verantwortung zu \u00fcbernehmen. Dann ist der Vorgesetzte seine R\u00fcckversicherung. Richtig, es geht um Sicherheit. Der Mitarbeiter will sich absichern. Gute F\u00fchrungskr\u00e4fte sichern ihre Mitarbeiter ab. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Schuldfrage und die Erbs\u00fcnde<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wer tr\u00e4gt Schuld? Immer der Vorgesetzte. Denn er tr\u00e4gt die Verantwortung. Er schuldet die Antwort. Zuwenig Kontrolle? Zuwenig Anleitung? Es spielt keine Rolle. Es ist auch weniger die Frage, nach der Schuld sondern eher danach, bei wem die Chance einer Verbesserung besteht. Im Prozess, beim Mitarbeiter, in der Anforderung, in der Infrastruktur? Auch wenn der Mitarbeiter nur ein Glas fallen l\u00e4sst, dass auf dem Boden zersplittert. Es ist eine St\u00f6rung des Ablaufs und braucht Abkl\u00e4rungen. Und eine Weisung, auf Glasgef\u00e4sse zu verzichten (damit die nicht zersplittern k\u00f6nnen) ist wiederum eine Massnahme aber ob das Ziel dahinter (keine St\u00f6rung) damit erreicht wird und die Ursache beseitigt, dass darf und muss in Frage gestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mach es einfach<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben keine Reglemente, zu kompliziert! Also funktioniert es wie oben in der Grafik dargestellt: Es gibt solange ein hin und her bis sich jemand Zust\u00e4ndig f\u00fchlt und die Verantwortung \u00fcbernimmt. <\/p>\n\n\n\n<p>Man braucht nicht jedes Detail im Voraus zu regeln. Aber 80% der normalen Gesch\u00e4ftsf\u00e4lle sollten innerhalb von klaren Abl\u00e4ufen und klaren Regeln stattfinden k\u00f6nnen. So auch im Prozessmanagement. Es muss nicht jeder Ablauf und jeder Prozess bis ins kleinste Detail aufgef\u00fchrt und beschrieben sein. Es gilt das zu regeln, was die Arbeit vereinfacht. Es gelten die Prozesse zu optimieren, die eine Vereinfachung erlauben. Darum, wenn man es &#171;einfach&#187; macht, macht man es sich einfacher. Auch wenn &#171;einfach&#187; einen gewissen Initialaufwand bedeutet, der Effizienzgewinn und die Stabilit\u00e4t in den Prozessen macht diesen Aufwand wett. Wetten?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sicher das alles im Unternehmen im richtigen Sinn funktioniert? Doch was heisst funktioniert? Manche sagen Standards, manche sagen Werte, manche sagen Kultur. Ganz egal, wie man es nennt, er f\u00fcr ein Unternehmen Verantwortung tr\u00e4gt, der hat gewisse Vorstellungen wie das Unternehmen funktionieren soll. Eben diese Funktion ist nichts anderes als der Prozess. 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