{"id":198,"date":"2019-04-27T09:19:22","date_gmt":"2019-04-27T09:19:22","guid":{"rendered":"https:\/\/adigasser.ch\/adg\/?p=198"},"modified":"2019-05-02T13:11:38","modified_gmt":"2019-05-02T13:11:38","slug":"fachkraeftemangel-ein-systemfehler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/adigasser.ch\/adg\/fachkraeftemangel-ein-systemfehler\/","title":{"rendered":"Fachkr\u00e4ftemangel, ein Systemfehler?"},"content":{"rendered":"\n<p>F\u00fcr einmal etwas politisches. Ja, ich bin mit dem Bildungssystem der Schweiz zufrieden. Das duale System mit Matura und Berufsbildung ist eine hervorragendes System, dass jedem Chancen bieten. Nein, ich bin mit dem System nicht gl\u00fccklich.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-gallery columns-1 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"945\" height=\"945\" src=\"https:\/\/adigasser.ch\/adg\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Fachkraft.jpg\" alt=\"\" data-id=\"199\" data-link=\"https:\/\/adigasser.ch\/adg\/?attachment_id=199\" class=\"wp-image-199\" srcset=\"https:\/\/adigasser.ch\/adg\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Fachkraft.jpg 945w, https:\/\/adigasser.ch\/adg\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Fachkraft-150x150.jpg 150w, https:\/\/adigasser.ch\/adg\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Fachkraft-300x300.jpg 300w, https:\/\/adigasser.ch\/adg\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Fachkraft-768x768.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><\/figure><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Fachkraft?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem g\u00e4ngigen Verst\u00e4ndnis gilt als Fachkraft, wer seine berufliche Ausbildung (in der Schweiz als EFZ, eidgen\u00f6ssisches F\u00e4higkeitszeugnis) abgeschlossen hat, ist eine Fachkraft. Ist das tats\u00e4chlich so?<\/p>\n\n\n\n<p>Eine berufliche Ausbildung bindet die Grundlage. Jedoch braucht es, um in seinem Fach auch kr\u00e4ftig mitarbeiten zu k\u00f6nnen, einiges mehr. Es braucht Erfahrung, es braucht akutelles Wissen und Weiterbildung, es braucht auch die Umst\u00e4nde, sein erworbenes theoretisches Wissen anzuwenden. Ein Fachkraft ist weit mehr als jemand mit einem Papier, dass ihm einen EFZ Abschluss bescheinigt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie sollen wir nun dem Mangel an Fachkr\u00e4ften begegnen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Einige Vorschl\u00e4ge und Thesen in K\u00fcrze dazu. <br><em>1. Reformation der Terti\u00e4rausbildung<\/em><br>Auf Terit\u00e4rstufe sollten f\u00fcr die Erlagung der eigend\u00f6ssischen Abschl\u00fcssen \u00e4hnliche Systeme wie die CAS-Stufen geschaffen werden um Ausbildungen Modular gestalten zu k\u00f6nnen. Die Finanzierung von FH \/ HF sowie Anbietern f\u00fcr eidg. Berufsabschl\u00fcsse sollte identisch gestaltet werden.<br><em>2. AHV-Bezug Beitragszeitabh\u00e4ngig<\/em><br>Wieso soll eine Fachkraft, welche bis 47 Jahre Beitr\u00e4ge an die AHV entrichtet hat und ein Akademiker, der 37 Jahre Beitr\u00e4ge leistete, gleichzeitig pensioniert werden? Wieso k\u00f6nnen wir nicht 45 Beitragsjahre machen f\u00fcr die volle AHV-Rente? K\u00f6nnen wir die Erziehung der Kinder ebenfalls anrechnen, respektive tats\u00e4chlich entsch\u00e4digen lassen? Die Lebenserwartung und auch die Einkommen in Berufen, bei denen stark k\u00f6rperlich gearbeitet wird, sind eindeutig tiefer als in akademischen Berufen. Nachdem der Staat lange in die Ausbildung investiert hat, sollten die Absolventen auch w\u00e4hrend l\u00e4ngerer Zeit ihren Beitrag leisten m\u00fcssen.<br><em>3. Steuererleichterung f\u00fcr ausbildende Unternehmen<\/em><br>Ein variabler eidgen\u00f6ssischer Steuersatz. Unternehmen mit einem Lehrlingsanteil von 5% der Belegschaft erh\u00e4lt 50% Steuererleichterung. Wieso sollen internationale Unternehmen, die schweizerische Fachkr\u00e4fte besch\u00e4ftigen wollen, sich aber nicht an deren Ausbildung beteiligen, vom schweizerischen System ohne Gegenleistung profitieren?<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mangel an Fachkr\u00e4ften?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Viele wechseln nach der Ausbildung ihren Beruf. Aus Polymechaniker werden Informatiker, aus Informatikern werden Prozessmanager, aus Elektrikern werden Verk\u00e4ufer und aus Verk\u00e4ufern Marketingplaner. Entscheiden f\u00fcr einen Wechsel ist die Perspektive, die sich aus dem Lehrberuf und den Lehrbetrieb ergibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Schweiz ist Standort f\u00fcr viele internationale Unternehmen. Die Schweiz ist exportorientiert. Die Schweiz ist innovativ. Die Schweiz hat ein hohes Bildungsniveau. Aber ein Problem kommt auch mit der Internationalisierung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Berufsbildung, zu schweizerisch?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die ausl\u00e4ndischen Unternehmen sch\u00e4tzen die hohe Anzahl an Fachkr\u00e4ften, die in der Schweiz zur Verf\u00fcgung stehen. Aber selber leisten sie kaum einen Beitrag dazu. Die Ausbildung von Fachkr\u00e4ften wird den schweizerischen Unternehmen \u00fcberlassen. Auch mit den zunehmend ausl\u00e4ndischen F\u00fchrungskr\u00e4ften sinkt die Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die schweizerische Ausbildung. In Amerika macht jeder auf irgend eine weise auf irgendeiner Universit\u00e4t einen Abschluss. Keinen Universit\u00e4tsabschluss haben nur die kriminellen, die Dummen und Menschen aus der Unterschicht. Klar ist dies nur ein Vorurteil, aber es kommt nicht von ungef\u00e4hr. Und sie setzt sich fort, \u00fcber die Beratungsunternehmen hinein bis in die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung und der HR-Abteilung. Auch in Deutschland haben die meisten Menschen Abitur. Die Berufsbildung existier auch in diesem Land, aber weit weniger verankert als bei uns. Auch Manager aus Deutschland sind erstaunt, wenn sich auf der Chefetage eine Fachkraft ohne Maturit\u00e4tsabschluss befindet.<\/p>\n\n\n\n<p>Entsprechend der Herkunft dieser Manager setzen sie sich auch weit weniger f\u00fcr die Berufsbildung ein. Schliesslich ist die Ausbildung Aufgabe des Staates und man unterst\u00fctzt Lehrst\u00fchle, dessen Spezialisierungen dem eigenen Unternehmen weiterhelfen k\u00f6nnen. Aber selber in Talente zu investieren?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Berufliche Weiterbildung und Wissensmanagement<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In vielen Unternehmen ist die Ausbildung &#171;Training on the job&#187;. Es wird sich auf die Entwicklung und Sicherung des notwendigen Wissens f\u00fcr die heutigen Aufgaben beschr\u00e4nkt. Aber wie sieht es mit der Zukunft aus?<\/p>\n\n\n\n<p>Ein sehr guter Weg ist die Zusammenarbeit mit Fachschulen f\u00fcr Projekte, bei denen einen Wissenstransfer (Theorie in das Unternehmen, Praxis in die Schule) stattfindet. In meiner T\u00e4tigkeit durfte ich ein solches Projekt durchf\u00fchren mit einem sehr guten Nebeneffekt: Ich konnte aus der Schule eine der Fachkr\u00e4ften mit aktuellem umfassenden Wissen f\u00fcr die zuk\u00fcftigen Anforderungen f\u00fcr mein Unternehmen gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch die Mitarbeiter sollten interessiert sein, sich aktuelles Wissen anzueignen um den heutigen und zuk\u00fcnftigen Anforderungen gerecht zu werden. Lebenslanges lernen ist auch eine kulturfrage des Unternehmens selber. Den Fachkr\u00e4fte verkommen sonst zu Sachkr\u00e4ften, die zwar eine Sache gut machen, aber ihr Fach nicht mehr wirklich verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wertsch\u00e4tzung von Bildung und Umfeld<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jeder, der eine Ausbildung abschliesst, verdient Respekt. Jeder, der jemanden Ausbildet und ihm damit eine Eigenst\u00e4ndikgeit und Unabh\u00e4ngigkeit als Fachkraft erm\u00f6glicht, verdient Respekt. Leider werden unsere Ausbildner und Fachkr\u00e4fte, obwohl sie f\u00fcr die Gesellschaft eine hohe Leistung erbracht haben, kaum gew\u00fcrdigt. Ein &#171;Abschluss&#187; ist das Minimum, besser w\u00e4re ein Bachelor, ein Master oder ein Doktor. Woher kommt diese Einstellung?<\/p>\n\n\n\n<p>Es liegt in der Natur des Menschen, dass er sich gesellschaftlich nach &#171;oben&#187; orientiert. Zu den Leuten mit dem sch\u00f6nen Haus, dem sch\u00f6nen Auto, dem Urlaub in St. Tropez und &#8230; mit akademischen Abschl\u00fcssen. Es gibt sie durchaus, Menschen ohne akademischen Abschluss und all den sch\u00f6nen Dingen. Aber es sind Ausnahmen, und sie geh\u00f6ren auch selten der Gesellschaft der &#171;Aristokraten&#187; an. <br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Br\u00fccke zwischen Akademiker und Berufsleute bricht ein<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich selber stamme aus einer &#171;Bildungsfamilie&#187;. Ein Bruder, Lehrer. Zwei Schwestern, eine HSG-Absolventin (Hochschule St. Gallen), eine P\u00e4dagogin mit Vertiefung Sonderp\u00e4dagogik. Mein Vater, Maschinenbau-Ingenieur, danach Schulleiter einer Fachschule und am Ende in der Entwicklungshilfe t\u00e4tig. Mein Grossvater v\u00e4terlicher seits, Architekt. Meine Mutter tanzt aus der Reihe, sie war Verk\u00e4uferin, ihr Vater war Bauarbeiter bis zu einem Arbeitsunfall. Danach arbeitete er in der Endmontage f\u00fcr elektrische Apparate. Ich habe meine Berufslehre im KV absolviert. <\/p>\n\n\n\n<p>Meine Familie ist atypisch. Meist werden in Akademiker-Familien Akademiker heran gezogen. Und Akademiker heiratet Akademikerin. Und die Arbeiter schauen mit Ehrfurcht oder mit Neid auf die Familien, welche von Ausbildung und Einkommen sowie Herkunft priviligiert sind. Mein Grossvater war Antroposoph, er konnte es sich leisten und zu meinem Gl\u00fcck wurden auch wir in gewissem Masse von seiner Einstellung und Philosophie gepr\u00e4gt. Somit bewege ich mich zwischen zwei Welten, jedoch klar im Bereich der priveligierten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zwei Gruppen: Die Elite und das Proletariat<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die eine Gruppe, akademische Familie, Geldadel, Wohlstand, Privatschulen und Internat, Ferien in Gstaad und St. Moritz. Man ist unter seines gleichen. Matura, Studium an der Hochschule St. Gallen, Master, Doktor, Abschluss suma cum laude, Kariere bei BCG, McKinsey, Little, Andersen, EY, PWC oder wie sie alle heissen. Vielleicht hat man bei einem Ferienjob einmal in der Fabrik eines Verwandten gearbeitet und Maschinen geputzt oder Leuchtstoffr\u00f6hren in der Produktionshalle gewechselt. Doch die wenigsten k\u00f6nnen die Motivation, die Sorgen und auch die Freuden eines Arbeiters verstehen. Sie sprechen zwar die gleiche Sprache, verstehen k\u00f6nnen sie sich aber kaum. Ja, \u00fcbertrieben, aber dennoch, existent.<\/p>\n\n\n\n<p>Die andere Gruppe, zerr\u00fcttete Familienverh\u00e4ltnisse, alleinerziehende Mutter, Sozialhilfe, \u00f6ffentliche Schule. In den Ferien Schwarzarbeit mit AHV Verzichtserkl\u00e4rung, mit dem Sohn des Unternehmers Leuchtstoffr\u00f6hren in der Produktionshalle auswechseln. Danach die Kinder bei der Mutter vom Ex-Mann abholen und sich die Beschimpfungen anh\u00f6ren. Nach den Ferien wieder Schichtarbeit, in einem Restaurant in Z\u00fcrich, Pendelstrecke 45 Minuten. Zimmerstunde von 14.00 bis 17.00 Das Serviceportemonnaie wird zu Beginn der Abendschicht gestohlen, CHF 200.00 Stockgeld und CHF 150.00 Umsatz Verlust aus der eigenen Tasche berappen. 10 Stunden gearbeitet ohne Einkommen. Der Ex-Mann hat seinen Alkoholentzug geschafft, jetzt muss er nur noch eine Anstellung finden. Ja, \u00fcbertrieben, aber dennoch, existent.<\/p>\n\n\n\n<p>Was wird wohl aus den Kindern dieses geschiedenen Paares. Welche Chancen haben sie, Fachkraft zu werden? Wie soll bei der alleinerziehenden Mutter mit den tiefen Beitr\u00e4ge in die Pensionskasse im Alter ein w\u00fcrdiges Leben mit der tiefen Rente m\u00f6glich sein?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Verantwortung der Unternehmen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Unternehmen in der Schweiz geniessen in sehr vielen Dingen eine grosse Freiheit. Aber mit dieser Freiheit geht auch Verantwortung einher.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Berufsbidungssystem stammt aus einer Zeit, indem noch die Patrons die Geschicke der Unternehmen geleitet haben. Heute sind mehr und mehr Manager in der F\u00fchrung, viele ohne Wurzeln in der Schweiz und der Kenntnisse des sozialen und \u00f6konomischen Systems.<\/p>\n\n\n\n<p>Patrons haben oft neben der Verantwortung f\u00fcr das Unternehmen auch Verantwortung f\u00fcr die Mitarbeiter gezeigt. Ihnen war wichtig, dass es den Mitarbeitern gut geht. Patronale F\u00fcrsorgestiftungen entstanden, weit bevor 1984 das BVG eingef\u00fchrt wurde. Sie sorgten f\u00fcr Personalh\u00e4user, f\u00fcr Ausbildung, teilweise f\u00fcr Ferien (REKA l\u00e4sst gr\u00fcssen). Und sie setzen sich f\u00fcr die Ausbildung von Mitarbeitern, f\u00fcr die Berufslehre ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute nehmen viele Unternehmung die gesellschaftliche Verantwortung nicht mehr wahr. Andere jedoch stehen noch immer hinter dem schweizerischen System. Die Ausbildung von Lehrlingen ist wirtschaftlich nicht interessant. Aber woher sollen die Fachkr\u00e4fte kommen? <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wer leitet die Geschicke der Schweiz?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher (viel fr\u00fcher) wurden die Geschicke der Schweiz prim\u00e4r von Unternehmern, dem Freisinn geleitet. Sie zeigten sich verantwortlich sowohl im Staat die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen zu sichern wie auch die gesellschaftlichen Entwicklungen in den Unternehmen zu begleiten. Aus patronalen Strukturen entwickelte sich bald einmal mit der Industrialisierung eine Ausnutzung der Arbeitskraft. Es entstanden Gewerkschaften als Gegenpol. <\/p>\n\n\n\n<p>Heute leiten die Geschicke der Schweiz noch immer die Eliten. Und nat\u00fcrlich sind auch die Eliten bedacht, ihre Freiheit zu wahren. Das Parlament und die Verwaltung sind gepr\u00e4gt von Leuten mit akademischen Hintergrund. Man kann Parlamentarier oder Chefbamter nicht durch eine EFZ-Ausbildung lernen. Also genau genommen sind da kaum Fachkr\u00e4fte am Wirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich versuchen die Universit\u00e4ten ihre Institute von unqualifizierten Berufsleuten zu sch\u00fctzen und verlangen die Maturit\u00e4t f\u00fcr das Studium. Dennoch wird, auch f\u00fcr das Erlangen der Maturit\u00e4t als Erwachsener eine Anforderung gestellt, bei der die berufliche Ausbildung nicht gewichtet wird. Die Maturit\u00e4tskurse f\u00fcr Erwachsene sind, unabh\u00e4ngig einer vier j\u00e4hrigen EFZ-Lehre als Polymechaniker oder zwei j\u00e4hrigem Berufsattest, gleich gestaltet. Auch hier g\u00e4be es Optimierungbedarf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Matura oder Berufslehre?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe eine Berufslehre gemacht und muss heute sagen: Matura! Wieso? Weil ich, auch wenn mein IQ bei 130 liegen w\u00fcrde, keine Chance habe an einer Fachhochschule meinen Master zu machen oder an einer Hochschule zu studieren, weil mir dieses Papier fehlt. Was ich mir damit verbaue? In etlichen Stellenausschreibungen f\u00fcr F\u00fchrungspositionen im Finanzbereich wird ein Hochschulabschluss verlangt. Explizit. Ob er notwendig ist oder nicht, das kann ich nicht beurteilen (ich bezweifle es). Fakt ist, der Arbeitsmarkt in F\u00fchrungspositionen verlangt heute nach einem Master. Aber nicht nur das ist ein Grund. In der Kollaboration in Teams, wenn man mit Menschen mit akademischen Hintergrund zusammenarbeitet, dann ist die Kommunikation und Arbeitsmethodik anders als in der Werkstatt oder im Grossraumb\u00fcro. Daher macht es Sinn, diese Methoden kennen zu lernen. Auf der anderen Seite w\u00fcrde es manchem Akademiker auch gut tun, den Blaumann anzuziehen und die Finger schmutzig zu machen. Gute F\u00fchrungskr\u00e4fte haben das auch gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mehr Anerkennung f\u00fcr Berufslehren!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vor kurzem erschien ein Bericht in der Zeitung, bei der bei den Gemeinden verglichen wurde, wer mehr Jugendliche in das Gymnasium bringt. Wieso? Ist es eine Leistung, an das Gymnasium zu kommen, wenn man privilegiert aufgewachsen ist? Ist es nicht vile mehr eine Leistung, trozt sprachlichen oder anderen Handicaps, eine Berufsausbildung antreten zu k\u00f6nnen und f\u00fcr den wirtschaftsstadort Schweiz eine Leistung zu erbringen und den Schritt in die eigene Freiheit und Unabh\u00e4ngigkeit zu gehen? Denn nach der Matur ist ein Mensch erst einmal ausgebildet. Um Fachkraft zu werden braucht es berfuliche Kompetenz. Die kann nicht durch studieren, diese kann nur durch Arbeit erreicht werden.<br><\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr einmal etwas politisches. 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